Veröffentlichungsdatum Geschrieben von outdoorfriend
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Bushcraftmesser

"Überleben" im heimischen Forst! 

Bushcraft ist Waldhandwerk und ein Bushcraft-Messer ist ein Allzweckmesser für den Aufenthalt in der Natur. 


Wofür benötigen wir draußen ein Messer?  

Schnitzen - Heringe, Topfhalterung, Tarpstange, Grabstock, Löffel

Bei Nässe  Holz für den Hobo  machen - kleine Äste reichen für den Hobo aus

Feathersticks zum Anzünden herstellen.

Fleisch schneiden

Gemüse schneiden

Zunder besorgen - Harz, Birkenrinde

 

Die Hauptaufgabe eines solchen Messers liegen im Bearbeiten von Holz, sicher auch noch der Nahrungsmittelzubereitung , haben sich über die Jahre einige Merkmale herauskristallisiert die ein Messer langläufig zu einem Bushcraft-Messer werden lassen.  
Jagdliche Eignung fällt in der Regel weg, es sei denn man ist Jäger - das gleiche gilt für das Fischen. Wobei es natürlich geht - ich habe mit meinem Müller Linerlock eine Forelle ausgenommen. Klar für Wild hätte man lieber eine etwas breitere Klinge - zum filetieren von Fisch eine etwas schmalere, längere Klinge. 
 

Fast alle verfügen über eine Droppoint-Klingenform (Tanto-Klingen  oder ähnliches sind nicht geeignet). 
Häufig findet man konvex geformte Klingen (z.B. bei Bark River oder Fällkniven), da diese die Schärfe lange halten und Holz sehr gut schneiden/spalten. 
Auch ein Scandi-Schliff ist sehr beliebt, da er sich einfach nachschärfen lässt und zur Holzbearbeitung, vor allem zum Schnitzen hervorragend geeignet ist.. 
Die Klingen der bekannten Bushcrafter sind  nicht übermäßig hoch, häufig auch aus rostenden Stählen, die sich leicht nachschärfen lassen gefertigt.

Das Problem ist - alles von den Stählen über den Schliff hat alles Vor - und Nachteile. Mit einem Scandi-Schliff kann man besser schnitzen, mit einem Flachschliff besser Lebensmittel schneiden - der ballige Anschliff ist ein Kompromiss  aus beiden.

Carbonstahl wird sehr scharf, benötigt aber mehr Pflege. D2 Stahl ist rostträge wird auch scharf, ist aber nicht schnitthaltig. die neuen Pulvermetallurgischen Stähle zum Beispiel sind extrem schnitthaltig - allerdings ist das nachschärfen eine langwierige Sache und am besten mit Diamantschleifern zu vollziehen.   
Wenn man  Funken erzeugen möchte indem man einen Feuerstein an dem Klingerücken entlang schlägt, geht es nur mit Carbonstahl. Bei Firesteel und Co. spielt es aber keine Rolle - es muss nur einen scharfe Kante am Klingenrücken haben.
Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, auf was  er den meisten Wert legt.

Ein paar Merkmale haben sich allerdings herauskristallisiert:

Eine Messerlänge mit cirka 10 cm und einer  Droppoint-Klingenform. Eine Klingenstärke von 3,5 bis 4 mm.  


Meine Lieblings Bushcraft-Messer:



Enzo Trapper:


Klinge aus rostfreiem Stahl 12C27 mit der Länge von 115 mm und einer Dicke von 3,6 mm. 
Griffschalen aus Cocobolo-Holz mit den roten Fibre-Einlagen, Scandi-Schliff auf Null.


Bark River Bushcrafter:


Klinge aus nicht "richtig" rostträgem CPM3V Stahl mit einer Länge von 98 mm und einer Dicke von 3,7 mm.
Griffmaterial aus Cocobolo-Holz, Convex Scandi Schliff.


Dazu gibt es auch jeweils Reviews.



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