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Schlafsack

Schlafsack "Daune oder Dackel" - der ist nur für Insider - trotzdem die Glaubensfrage immer wieder heiß diskutiert 

Daune oder Kunstfaser

Schlaf ist von großer Bedeutung. Nur so kann sich der Körper von psychischer und physischer Belastung erholen.

Die Auswahl des Materials und die damit verbundenen Eigenschaften sind für die Qualität des Schlafsackes entscheidend.

 

Daune  Kunstfaser
Wärmeleistung  und Gewichtsverhältnis ist unschlagbar Kunstfaser ist relativ schwer
Kleines Packmaß Weniger komprimierbar
Die Füll- bzw. Bauschkraft von Daune bleibt um einiges länger erhalten als die von Synthetikmaterial.  Ist die Synthetikfaser einmal gebrochen, ist der nichts mehr zu machen
Erstklassiger Feuchtigkeitstransport Kunstfaser kann die Körperfeuchtigkeit nicht so nach außen transportieren
Nasse Daune besitzt nur noch 1/3 ihres ursprünglichen Isoliervermögens, Kunstfaser hingegen noch 2/3 Nasse Kunstfaser wärmt noch zu 2/3.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit, bei Dauerregen  können Daunen verklumpen und somit ihre Isolationswirkung einbüßen. Ist die Daune erst einmal feucht, dauert es sehr lange, sie wieder zu trocknen.  Kunstfaser nimmt wenig Feuchtigkeit auf. Ist sie einmal nass, wärmt sie trotzdem noch. Auch ist sie schnell wieder trocken.
relativer hoher Preis  günstig 
 

Wir müssen uns natürlich erst einmal darüber klar werden, wo der hauptsächliche Einsatzzweck für den Schlafsack sein wird.  Auch hier gibt es, wie bei den meisten Ausrüstungsgegenständen keine eierlegende Wollmilchsau.

Wo soll der Schlafsack vorwiegend  genutzt werden und bei welchen Temperaturen. Des weiteren muss der Schlafsack passen. Mumienschlafsäcke sind super, wenn man gut auf dem Rücken schlafen kann - als Seitenschläfer geht es auch noch -  für Bauchschläfer sind sie allerdings relativ ungeeignet. Dafür gibt es Schlafsäcke in Eiform. Auch mit angewinkelten Knien kann man darin gut schlafen. Er sollte auf jeden Fall groß genug sein.

Die Hersteller machen Temperaturangaben bei den Schlafsäcken. Nach Europäischer Norm:


TEMPERATUR


Temperaturangaben nach EN 13537:


Komfort: In diesem Temperaturbereich soll ein vollständig in den Schlafsack eingepackter Schläfer in entspannter Körperhaltung nicht frieren und komfortabel eine Nacht durchschlafen. Dieser Wert bezieht sich auf eine 25-jährige „Standard-Frau“ mit einem Körpergewicht von 60 kg und einer Körpergröße von 1,60 m. 

Limit: In diesem Temperaturbereich soll ein vollständig in den Schlafsack eingepackter Schläfer in zusammengerollter Haltung gerade noch nicht frieren. Dieser Wert bezieht sich auf einen 25-jährigen „Standard-Mann“ mit einem Körpergewicht von 70 kg und einer Körpergröße von 1,73 m.

Extrem: In diesem Temperaturbereich bietet der Schlafsack noch Schutz vor dem Erfrieren, es besteht aber das Risiko einer Unterkühlung (Hypothermie). Es wird davon ausgegangen, dass die „Standard-Frau“ in zusammengerollter Körperhaltung der Kältebelastung für 6 Stunden standhält.

Übersetzt heißt das:

Komfort - Schlafen ohne Frieren in Unterwäsche  

 

Limit - empfindliche Personen frösteln schon - dann mit Kleidung schlafen oder anders pimpen

 

Extrem - heißt Survival - Überleben - schweres Frieren - minimal - noch kälter  bedeutet erfrieren.

 

Die Menschen haben ein unterschiedliches Kälteempfinden.

 

Daunenschlafsäcke im Detail:


Ein Daunenschlafsack hat seinen Preis - hat er ihn nicht sind entweder billigere Daunen verarbeitet oder mehr Federn, etc.

Die Güte der Daune hängt vom einzelnen Tier, dessen Art und Lebensraum ab. Gänse, die in hohen Breitengraden leben, also in kalter Umgebung, besitzen die dichtesten und größten Daunen. 

 

Daunenfüllungen sind immer eine Mischung aus Federn und Daunen. Die Federn verleihen der Füllung mit ihrem festen Kiel Stabilität, und Daunen bauschen die Füllung auf. Das Mischungsverhältnis wird in Gewichtprozenten angegeben.

 

Die Angabe 90/10 bedeutet: 90% Daune und 10% Federn. Je höher der Federanteil ist, desto geringer wird die Bauschfähigkeit, und die Isolierwirkung lässt dementsprechend nach. Das Mischungsverhältnis sagt allerdings noch nichts über die Qualität der Federn oder Daune im Schlafsack aus.

Hierfür gibt es den Fillpower-Wert: Man misst das Volumen der Daunen im Verhältnis zum Gewicht, indem die Menge einer amerikanischen Unze (28.35 g) der Daunenmischung im Messzylinder für 24 Stunden zusammengepresst wird. Anschließend wird das Volumen gemessen, auf das sich die Probe ausdehnt und in der Einheit cuin angegeben (cuin = inch3, 1 inch3 = 16,39 cm3).

 

Günstigere Schlafsack Modelle besitzen bis zu 450 cuin, sehr hochwertige Schlafsäcke über 650 cuin Fillpower. 
Die Füllung wird im Schlafsack in verschiedene, an das Bauschvolumen angepasste Kammern gefüllt, um ein Wandern der Daunen zu verhindern.
Dann würden Kältebrücken entstehen.

Eine Kältebrücke ist eine Schwachstelle in der Wärmeisolation eines Systems. 
Eine  Kältebrücke ist z.B. der Reißverschluss - durch eine Abdeckleiste werden Wärmeverluste gemindert.
Der Schlafsack sollte einen sehr guten  Reißverschluss haben, der  nicht klemmt. 

Bei manchen Modellen kann man zwischen links- und rechtsseitigen Reißverschlüssen wählen. So lassen sich zwei Schlafsäcke verbinden. Pärchen können dann den Temperaturbereich ihrer Schlafsäcke beträchtlich erweitern.

Über Kopf und Hals entweicht die meiste Wärme. Deshalb ist eine gut geschnittene Kapuze wichtig. 
Manche Schlafsäcke für kühlere Temperaturen haben einen Wärmekragen, der sich am Hals zusammenziehen lässt. Dadurch hält sich die angewärmte Luft länger im Schlafsackinneren. 
Bei Sommerschlafsäcken ist dieses Detail überflüssig. Auf jeden Fall sollte man den Schlafsack im Laden "probeliegen", was bei allen vernünftigen Ausrüstungsläden machbar ist - wenn nicht, dann ist es sowieso der falsche Laden. Man sollte hierbei gleich testen, ob die Schnürzüge vernünftig angeordnet sind und ob sie auch im Dunkel und mit einer Hand leicht zu finden und zu bedienen sind.

Wenn man nur ein Schlafsack kaufen möchte, ist man mit einem 3-Jahreszeitenschlafsack am besten bedient. Im Winter müsste man ihn pimpen mit einem Fleece-Inlet.
Bei sehr eisigen Temperaturen sollte man allerdings unbedingt auf einen hochwertigen Expeditionsschlafsack zurückgreifen. 
Im Sommer ist es natürlich auch angenehm mit einem reinen Sommerschlafsack mit geringem Gewicht unterwegs zu sein.  

Schlafsäcke sollen zum Verpacken nicht gerollt oder gefaltet, sondern in den - oft knapp bemessenen - Beutel gestopft werden. 

Militärische Schlafsäcke nutzen übrigens eine andere Norm, welche eine bessere Körperverfassung voraussetzt und daher für den Normalverbraucher viel zu tiefe Temperaturen angibt.



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