Veröffentlichungsdatum Geschrieben von outdoorfriend
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Wasser ist Leben!


In Deutschland empfinde ich Regen als  lästig  und schimpfe auch immer über den Regen. Durch den Regen haben wir zwar genug Wasser, aber dadurch, dass Abwässer und Gifte   in die Seen und Flüsse geleitet werden, als wenn es genug davon gäbe das ist unverantwortbar. Man meint in Europa, vor allem in Deutschland, es gäbe genügend Wasser. Dem ist in der Natur ohne Filter schon lange nicht mehr so. In Schweden sieht das noch gut aus. In Deutschland, wenn man vom Gebirge mal absieht sind sämtliche Gewässer verunreinigt. Durch Überdüngung kippen die stehenden oder ruhigeren Gewässer in der Regel schnell um. Durch Abgase, Düngemittel und Pestizide aus der Landwirtschaft , Waschmittel und Industrie in die Umwelt eingewaschene Gifte, vor allem Schwermetalle ist das Wasser ungenießbar und mit gesundheitlichen Schäden ist zu rechnen.
Normalerweise stirbt ein Mensch schon nach maximal 3 Tagen ohne Flüssigkeit. Der Stoffwechsel funktioniert nur, wenn dem Körper ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt wird.
Täglich benötigen wir deshalb etwa 2 bis 2,5 Liter Wasser und etwa die gleiche Menge scheidet unser Körper an einem Tag wieder aus.
In der Wüste und bei Anstrengungen  kann der Wasserbedarf auf 2 bis 2,5 Liter  pro Stunde steigen. Dehydrierung kann man auch an der Farbe des Urins feststellen. Ist er normal, da  ist er relativ klar. Durch Dehydrierung wird er zu konzentriert  und dunkel.
Schon geringe Mengen Wasser können ein Überleben in Extremsituationen sichern. Ganz ohne geht es allerdings nicht.
Nach der Unterkühlung  hat Wasser die höchste Priorität!

Wasserverbrauch reduzieren:
Also sollten wir in einer solchen Notsituation zunächst einmal vermeiden zuviel Wasser zu verbrauchen:
Die Verdauung benötigt übrigens auch Wasser und fördert das Austrocknen des Körpers. Besonders Fett wird nur sehr langsam vom Körper abgebaut.
Alkohol entzieht den Organen Wasser bis hin zum Kollaps.
Man sollte Anstrengungen vermeiden
Wenn es heiß ist nur nachts gehen
Eine feuchte Kopfbedeckung kühlt immens runter

Gefahren durch verunreinigtes Wasser:
Gleich wie furchtbar der Durst auch sein mag, wir müssen vermeiden solches Wasser direkt zu trinken. Wenn es "nur" dazu führt, dass wir erbrechen, verlieren wir noch mehr Wasser. Von Cholera und Typhus-Bakterien - Vorkommen:  Südostasien, Afrikas und Südamerika -  ganz zu schweigen. Ebenso gibt es keine Verbreitung des  Hepatitis A Virus in Europa  und keine Verbreitung des Polio Virus.

Wasser suchen:
Am besten suchen wir so sauberes Wasser wie möglich. Fließende, klare, kalte Bäche führen in der Regel trinkbares Wasser. Den Bachlauf bei einem Fließgewässer mindestens 200 Meter nach oben abgehen und schauen, ob Tierkadaver o.ä. im Wasser liegt aber das schmeckt und riecht man dann normalerweise. Je näher wir an der Quelle sind, desto weniger konnte das Wasser bisher verunreinigt werden. Wenn wir das Wasser jetzt noch abkochen - 10 Minuten -   ist das in 99%der Fälle schon ausreichend.
Wir können hier auch die Feststellung von der Wasserqualität durch  Bioindikatoren vornehmen - sogenannte "Zeiger-Pflanzen und Tieren": Bachflohkrebse, Steinfliegenlarven, Wasserasseln, Schlammröhrenwürmer sind Zeichen für Wasser der Güteklasse 1 = sauberes Wasser.

Wasserverschmutzung:
Was eigentlich verursacht die Notwendigkeit, das Trinkwasser aufzubereiten ?
einfache anorganische Schwebstoffe
Die einfachen anorganischen Schwebstoffe. sind eigentlich harmlos, aber sie sind lästig.
Man findet sie hauptsächlich in schnell fließenden Gewässern, es sind meist Sande. Lästig sind sie nicht nur, weil sie das Wasser schlammig oder milchig aussehen lassen, sie können auch die Wasseraufbereitung durch chemische Mittel hemmen.
organische Schwebstoffe, die auch Mehrzellige Lebensformen und Einzeller (z.B. Amöben, Wurmeier und -larven, Hakenwürmer, Giardia), Bakterien und (als Mischform) Viren enthalten.
Viren sind die kleinsten Mikroorganismen, sie werden „solo“ aufgrund ihrer sehr geringen Größe von mechanischen Filtern nicht entfernt. Allerdings brauchen sie zur Existenz einen Wirt, binden sich in Wasser gerne an größere Partikel oder eben einen Wirt, werden daher trotz ihrer sehr geringen Größe von mechanischen Wasserfiltern doch zurückgehalten.
Coliforme Bakterien sind Bakteriengattungen , die Verschmutzung meist fäkalen Ursprungs , die sich auch meist auf den Verdauungstrakt konzentrieren und hier als typische Symptome Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen verursachen. 
Kryptosporidien (Cryptosporidium) sind einzellige Parasiten, die auch im Wasser sein können und zu Durchfall führen, was die Dehydrierung noch verstärkt.
Chemikalien kommen fast ausschließlich durch den Menschen in Gewässer. Pestizide, Nitrate oder auch giftige Halogenverbindungen findet man überwiegend in Gegenden mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung.


Trinkwasseraufbereitung:
Hier in Europa genügt es, wenn wir ein paar grundlegende Fakten beachten, das reichlich vorhandene Oberflächenwasser chemikalisch und bakteriologisch zu filtern und abzukochen.


Wasser filtern:
Gut ist es, wenn man einen Filter dabei hat. Da findet man Informationen unter Ausrüstung.


Chemische Verunreinigungen filtern - Kohlefiltern
Gelöste Stoffe - chemische Verunreinigungen herausfiltern - dazu benötigt man ein Kohlefilter. Bei manchen Filtern ist ein Kohlefilter integriert. Es gibt sie aber auch einzeln, z. B. von Platypus  oder Katadyn. 


Bakterien im Wasser abtöten - Chlor
Diese Tabletten werden auch immer genannt - aber es müssen genau die sein -
Katadyn Micropur Forte Tabletten MFT
Bakterien wie Cholera und Salmonellen werden zuverlässig getötet. Mit dem Chlorzusatz werden zusätzlich noch Viren, Protozoen und Amöben getötet. Micropur Forte entkeimt also unser Wasser und macht es auch noch haltbar gegenüber erneuter Bakterienbildung. Allerdings schmeckt das Wasser nach Chlor.
Mehr Infos zu Micropur


In einer Survival-Situation können wir einen Filter selber bauen:
Wenn in einer Notsituation nichts dabei haben du auf Nummer sicher gehen wollen, dann können wir mit einfachen Mitteln auch ein Filter selbst bauen.  Oft hat man beim Wandern eine PET-Flasche dabei oder man kann irgendwo eine finden. Den unteren Teil der Flasche schneiden wir ab, der wird dann als Auffangbehälter genutzt.



Danach das gefilterte Wasser noch abkochen, sauberer geht es nicht - auch das geht in einer PET-Flasche wenn wir sie an einem Ast über der Feuerstelle aufhängen. Falls das Wasser nicht sprudelnd kocht, dann sollten wir es etwas länger kochen, dann hat es die gleiche Wirkung, wie bei 100 ° Celsius.

gute Wasserstelle suchen
mit Kohle filtern
abkochen


1. Stoff - T-Shirt, o. ä.
2. Kies
3. Sand
4. Kies
5. Kohle
6. Stoff


Abkochen ist einer der ältesten und effektivsten Methoden Wasser zu desinfizieren. Durch die hohen Temperaturen von 100 Grad Celsius werden Kleinstlebewesen wie Parasiten, Bakterien, Sporen und viele Viren abgetötet. Ein Kohlefilter reduziert chemische Verunreinigungen und verbessert den Geschmack erheblich. Alle Chemikalien, filtert ein Kohlefilter auch nicht raus. 
Deswegen sollte man am besten in einem Wald ein Bach finden - durch das Fließen, kommt mehr Sauerstoff ins Wasser und tötet Keime ab.
Die Gewässerqualität von Fliessgewässern lässt sich anhand der in ihnen lebenden Kleinstlebewesen bestimmen.
Wenn wir dementsprechend unser Wasser aussuchen, sollte nichts geschehen.

Wasser entsalzen:
Zum Beispiel mit einer schwarzen Folie, es geht aber auch  eine Rettungsdecke gold/silber  -  aufspannen, mit einem kleinen Stein in der Mitte beschweren, Auffangbehälter unter diese Stelle platzieren.
Dann unter der Rettungsdecke Wasser verdampfen - aber nicht zu heiß werden lassen, nur so viel dass Wasserdampf entsteht. Wenn zuviel Dampf unter der Rettungsdecke entweicht Wasser nachfüllen.
Aber Vorsicht - destilliertes Wasser entzieht dem Körper Salz und Mineralien. Also nur gelegentlich trinken oder für Salz- und Mineralstoffzufuhr achten, z.B. in Form von Tabletten.
Die Rettungsdecke eignet sich übrigens auch sehr gut als Tausammler. Einfach wieder aufspannen, Stein in die Mitte und Auffangbehälter darunter. Aber auch Tau enthält keine Mineralien.

Fazit:
Wasser ist absolut überlebenswichtig - Dehydrierung führt zum Tod
Verschmutztes Wasser können wir z.B. durch Stoff, Sand, Kieselsteine filtern
Chemie filtern wir durch Holzkohle (aber alles wird nicht herausgefiltert)
Abkochen tötet vieles ab
Wir sollten Fliessgewässer suchen - ist durch den größeren Sauerstoffanteil sauberer
Die Gewässerqualität  lässt sich anhand der in ihnen lebenden Kleinstlebewesen bestimmen.

Im Frühjahr gibt es noch die Möglichkeit Birkensaft zu trinken.
Das Anschneiden einer Birke ist so ergiebig, dass man bei mehreren Bäumen locker seinen Flüssigkeitsvorrat decken kann.
Einfach Bäume anschneiden  ist natürlich verboten

 


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